Tierschau bei der Agrialp

Hervorragende Kuhkollektionen ziehen zahlreiche Besucher an

Die Siegertiere der einzelnen Rassen

Die Tierschau bei der Alpenländischen Landwirtschaftsschau zählt zu den Großereignissen für Verband und Züchter. Es ist eine große Herausforderung beste Kuhkollektionen an diesen zwei Tagen den zahlreichen Besuchern zu präsentieren – für die Züchter ist es Ehre und Auftrag zugleich ihre wertvollen Tiere zur Verfügung zu stellen.

Südtirols Holstein-, Grauvieh- und Pinzgauerzucht auf höchstem Niveau

(Herbert Lang) Es war wieder AGRIALP-Zeit; das konnte jeder anhand von Verkehrs-Chaos, überfülltem Messegelände und Gedränge in den Stallungen in Bozen-Süd erkennen. Wo sonst Tiere aller Arten und Rassen unter den Hammer des Versteigerers kommen, wurden diesmal einem überaus zahlreichen und begeistertem Züchterpublikum das Beste an Tieren präsentiert, was Südtirol nur bieten kann. Am Freitag wurden Schafe, Ziegen, Lamas, Pferde und Rinder angeliefert, die am Samstag in der Halle eine kurze Vorstellung durch die Vertreter der Zuchtverbände erfahren durften. Am Sonntag erfolgte die Schau der Rinderrassen Grauvieh, Fleckvieh, Pinzgauer, Jersey, Braunvieh und Holstein mit Reihung, die vom Schweizer Preisrichter Stefan Hodel in gekonnter Weise gemacht wurde. Im Vorfeld waren die Tiere in 3 Kategorien eingeteilt worden, womit schlussendlich 15 Gruppen der erwähnten Rassen gereiht wurden. Die jeweiligen Siegertiere einer jeden Rasse bzw. Kategorie traten später zum Finale an, zu dem sich auch 3 Tiere der Jerseyrasse gesellten.
Holsteinrasse: Selten zuvor konnte eine solch homogene und qualitativ hochstehende Gruppe von Tieren der Holsteinrasse an den AGRIALP-Veranstaltungen bewundert werden. 17 Tiere aus den verschiedensten Landesteilen Südtirols ergaben ein gutes Spiegelbild der Holsteinzucht in Südtirol. Die Züchter hatten die Tiere mit sehr viel Fleiß für diese Schau vorbereitet, sodass es für den Preisrichter kein Leichtes war, seine Entscheidungen zu fällen. In der ersten Gruppe traten 6 Erstmelkkühe an, die sich durch korrekte Körperformen, beste Euteranlagen und hohen Tagesleistungen auszeichneten. Nicht zu schlagen war die AKIRA aus dem Stall von Hopfgartner Karl und Cilli vom Strieglhof in Gais/Uttenheim. Die aus Natursprung stammende Talent-Toni-Tochter fiel schon bei der Landesausstellung im Frühjahr 2010 auf und hat nun ihre Qualität durch einen perfekten Auftritt als Jungkuh unter Beweis gestellt. Schaurichter Stefan Hodel sagte ihr noch eine große Karriere im Schauring voraus. In der zweiten Gruppe wurden 5 zweitlaktierende Kühe vorgeführt, deren Anblick das Herz eines jeden Holsteinzüchters höher schlagen lässt. Den Sieg trug die enorm entwickelte IRON-Tochter FIONA des Oberrauch Othmar und Margit vom Oberpfaffstallerhof in Klobenstein/Ritten davon. In der dritten Gruppe wurden die älteren Kühe gereiht, wobei bemerkt werden muss, dass die älteste Kuh aller Rassen, die im Ring aufmarschierten, eine Holstein-Kuh mit 7 Abkalbungen war. Die ESTIMATE-Tochter FLAMME präsentierte sich prächtig und errang den 3. Rang in dieser Kategorie, in der sechs Kühe im Wettstreit standen. Der Sieg, das war beim ersten Auftritt schon vielen Fachleuten aufgefallen, konnte nur über die September Storm-Tochter LEONIE gehen, die im Züchterstall von Steinkasserer Martin und Monika, Pichler in Rasen-Antholz steht, gehen. Der stolze Auftritt dieser Kuh imponierte dadurch, dass sie obwohl sie enorm groß ist, in allen Körperteilen proportioniert, harmonisch und elegant ist. Das Euter, aus dem bereits in einer Laktation 14.000 kg Milch geflossen sind, war in Form, Strichverteilung und Aufhängung nahezu perfekt. Die LEONIE würde sicher auch bei internationalen Schauen der Holsteinrasse beste Figur abgeben, so Preisrichter Stefan Hodel. So war es fast klar, dass auch das anschließende Finale an dem auch die FIONA und die AKIRA teilnahmen, von der LEONIE dominiert wurde und sie den Titel Miss AGRIALP 2011 der Holsteinrasse errang.
Grauviehrasse: Das Grauvieh wird auch vom Südtiroler Rinderzuchtverband betreut und steht im krassen Gegensatz zur Holsteinrasse, was aber nicht bedeutet, dass die Betreuung der Züchter deswegen anders abläuft. Auch die Grauviehzüchter haben sich auf ihre Fahne Erfolg durch Zuchtfortschritt geschrieben und stellten dies, mit der Präsentation von 16 Kühen in Milch, einem Zuchtstier und einer Mutterkuh mit Kalb bei Fuß, beeindruckend dar. Das Grauvieh besitzt Vorzüge, die diese für Südtirol bodenständige Bergrinderrasse auch außerhalb unserer Landesgrenzen immer beliebter macht. Eine Attraktion bildete der Auftritt der 15jährigen DAMIAN-Tochter Linda, die in 11 Laktationen 101.345 kg Milch erbracht hatte und weiterhin an der Rekordproduktion fürs Grauvieh arbeitet. Aus dem Stall vom Unterholzner Herbert, Obermarson in Ulten stammend, präsentierte sich die alte Dame rüstig wie nie zuvor und voller Willen weiteren Kälbern das Leben zu schenken. Die Schau vom Sonntag war dann nichts mehr für ältere Damen sodass sie ihren Messeauftritt in einer eigenen Box in aller Ruhe genießen durfte. So wie die Holsteins und Pinzgauer waren auch die Grauen in 3 Gruppen eingeteilt. Die 5 Erstlingskühe wurden von der extrem langen und gut bemuskelten LERCHE vom Gögele Johann, Joseler in Ausserhütt/Moos in Passeier angeführt. Auch diese hatte bereits im Herbst 2010 bei der Jungzüchterschau in St. Lorenzen als Kalbin mit einem Reserveschausieg auf sich aufmerksam gemacht, jetzt folgte prompt die Bestätigung. In der zweiten Gruppe dominierte die REASL vom Kofler Helmut, Greinwalder, in St. Martin in Passeier. Sie war in Bezug auf Typ und Ausstrahlung den 4 Mitbewerbern überlegen. In der 3. Gruppe marschierten Kühe auf, die jeder Grauviehzüchter gerne zu Hause hätte. Nicht zu schlagen war an diesem Tag die GITTI vom Alber Thomas, Rotsteiner in Vöran. Die NEGELLO-Tochter lief an diesem Tag in Hochform auf, sodass es für die Mitbewerber nichts zu holen gab. Stolze Ausstrahlung, perfekter Körperbau und ein hervorragendes Euter bescherten dieser Ausnahmekuh den Titel beim Grauvieh an der AGRIALP 2011, wofür er aus den Händen von Landesrat Hans Berger den verdienten wertvollen Glockenpreis erhielt.
Pinzgauerrasse: Die Messebesucher kommen immer wieder ins Schwärmen, wenn über die Ausstellungskollektion der Pinzgauer Rasse geredet wird. Es ist schon bemerkenswert, dass die 150 aktiven Pinzgauer Züchter es immer wieder schaffen, die Qualität der Tiere von einer Ausstellung zur Anderen zu steigern. In vorbildlicher Manier von Paul Stolzlechner betreut, konnten die Tiere an ihren Ständen bewundert werden. Am Sonntag erfolgte dann auch für die Pinzgauer Kühe das große Schaulaufen im Ring, unter viel Aufmerksamkeit und Begeisterung
des zahlreichen fachkundigen Publikums. Bei der Vorführung der fein herausgeputzten Tiere herrschte Stille, und das Publikum verfolgte die Kommentare des kompetenten Preisrichters mit sehr viel Aufmerksamkeit, bis bei Bekanntgabe der Siegertiere, es in der Halle vor Begeisterung laut wurde. Die Erstlingskühe der Pinzgauerrasse stammten allesamt von Stieren aus dem eigenen Zuchtprogramm, was die Verantwortlichen im Verband besonders freute. Den Sieg in dieser Kategorie holte sich die 2,5jährige BRUTUS-Tochter BRUNELLE vom Hofmann Elmar, Hirber in Gsies und berechtigte sich damit zur Teilnahme am Finale. Die zweite Gruppe bestand ebenfalls aus fünf Tieren. Hier hatte die enorm entwickelte BISTON-Tochter KLEOPATRA vom Moser Ernst, Hacker in Welsberg die Nase vorne. In der Gruppe der älteren Kühe stahl die SELINA vom Hofer Friedrich Johann, Rastbichler in St.Johann/Ahrntal allen die Schau. Die schauerfahrene, mit sehr viel Kraft und Eleganz ausgestattete, in der 4. Laktation stehende Ausnahmekuh, lief zu Höchstform auf und so war es keine Frage, dass auch im Finale die Siegerin nur SELINA heißen konnte. Nach einem Abschlussfoto mit allen Siegertieren wurden diese, nach erfolgter Melkung, wieder in ihre Ursprungsstallungen entlassen, wo sie wieder ihrer täglichen Aufgabe, nämlich Milch produzieren, nachgingen. Es ist uns ein besonderes Anliegen zu bemerken, dass die 18 Grauvieh-, 17 Holstein- und 14 Pinzgauertiere aus 49 verschiedenen Zuchtbetrieben kamen, sodass der größtmöglichen Anzahl an Züchtern die Teilnahme an der AGRIALP ermöglicht wurde. Dem Preisrichter Stefan Hodel aus der Schweiz gebührt für seine Kompetenz und angenehme Art die Reihungen zu erstellen und zu kommentieren ein großes Lob. Nicht zuletzt den Züchtern, die ihre wertvollen Tiere für diese Schau vorbereitet haben gebührt Anerkennung. Den fleißigen Mitarbeitern unseres Verbandes gebührt ein besonderer Dank. Ohne ihren selbstlosen Einsatz, der über viele Stunden geht, wäre eine solche Veranstaltung nicht denkbar.

Aufstellung der Ausstellungstiere und Reihung

Bilder