Jahreshauptversammlung in Terlan

Jahreshauptversammlung des Rinderzuchtverbandes am 24. März in Terlan

Etwas später als sonst hielt der Südtiroler Rinderzuchtverband seine Jahreshauptversammlung ab. Neben dem Rechenschaft- und Tätigkeitsbericht, standen auch Neuwahlen an. Bereits zum 1.Teil der Versammlung hatten sich zahlreiche Mitglieder des Verbandes eingefunden, um Obmann, Obmannstellvertreter und Verwaltungsrat zu wählen. Nachdem bei den Winterversammlungen alle Kandidatenvorschläge diskutiert wurden, gestalteten sich die Wahlen zu einer wahren Formsache, die in Rekordzeit abgewickelt wurden. Zum Obmann wieder gewählt wurde Heinrich Ennemoser, der seit nunmehr 6 Jahren die Geschicke des Verbandes leitet. Zu seinem Stellvertreter wurde Franz Innerhofer aus Vöran bestellt, der den langjährigen Funktionär Hermann Kompatscher ersetzt, welcher sich nicht mehr der Wahl stellte. In den Verwaltungsrat neu gewählt wurden die Holsteinvertreter Johann Pfeifer aus Prad, Walter Reiterer aus Jenesien, Othmar Oberrauch vom Ritten und der Grauviehvertreter Dietmar Zelger aus Deutschnofen. Im zweiten Teil der Versammlung, an der auch die Ehrengäste teilnahmen, wurde von Geschäftsführer Herbert Lang der Tätigkeitsbericht über das Jahr 2010 vorgetragen. Er bezeichnete das Jahr 2010 als nicht allzu gutes Wirtschaftsjahr, weder für die Mitglieder, noch für das Geschäftsgebaren des Verbands selbst. Mehrkosten in der Tätigkeit, verminderte Verkaufszahlen und gekürzte Förderungen trugen zu einem negativen Betriebsergebnis bei. Doch gab es auch sehr viel Positives zu vermelden. Zuchtfortschritte in Bezug auf Milchleistungen und Körperformen, Erfolge bei Zuchtrinderschauen und Erschließung von neuen Märkten konnten vermeldet werden. Die Milchleistungskontrolle erbrachte für die im Rinderzuchtverband betreuten Rassen folgendes Ergebnis:

Holstein: 11.233 Kontrollkühe: 8.347 kg Milch bei 3,96% Fett und 3,26% Eiweiß
Grauvieh:   8.162 Kontrollkühe: 4.993 kg Milch bei 3,75% Fett und 3,37% Eiweiß
Pinzgauer:   1.099 Kontrollkühe: 6.236 kg Milch bei 3,95% Fett und 3,40% Eiweiß

Tätigkeitsbericht (pdf zum Download)

Großes Lob hatte Obmann Ennemoser für den Einsatz der Mitarbeiter, die durchschnittlich seit mehr als 20 Jahren im Dienste des Verbandes stehen. Oswald Fink wurde für seine 20jährige Dienstzeit als Zuchtwart in den Gemeinden Sarntal, Ritten und Barbian geehrt.
Die Viehvermarktung hat für die Mitglieder eine große Bedeutung. Nutzt doch all das Züchten nichts, wenn die Tiere dann nicht zu entsprechend guten Preisen verkauft werden können. Im Jahr 2010 wurden 2.414 Zuchttiere zu 10 Versteigerungen aufgetrieben. Nicht alle konnten zu zufriedenstellenden Preisen verkauft werden. 40% der angebotenen Tiere werden routinemäßig außerhalb unserer Landesgrenzen verkauft. Mittlerweilen werden auch verstärkt Exporte in die Schweiz getätigt, wo vor allem für Grauvieh große Nachfrage besteht. Holsteintiere konnten letzthin ebenfalls verstärkt in die Nachbarprovinzen Trient und Belluno verkauft werden. Im Anschluss berichteten die Obmänner der Jungzüchtervereine kurz über ihre Tätigkeiten des abgelaufenen Jahres. Alle drei im Jahr 2010 abgewickelten Ausstellungen wurden in Zusammenarbeit mit den Jungzüchtern organisiert und sehr erfolgreich bewältigt. Vor allem die Landesausstellung im April zählt zu den Höhepunkten in der Tätigkeit des Verbandes. Nach Präsentation und Genehmigung der Bilanz, die einen Abgang von 62.000,00 € zum Inhalt hatte, wurden drei Funktionäre für ihre langjährige Arbeit im Verband geehrt. Heinrich Stecher aus Prad und Johann Weißensteiner aus Deutschnofen stellten sich nicht mehr der Wahl und wurden von der Vollversammlung mit der Überreichung einer festlichen Urkunde verabschiedet. Hermann Kompatscher aus Völs, scheidender Obmannstellvertreter und langjähriger Funktionär wurde für sein Amt mit der Verleihung des goldenen Verbandsabzeichens geehrt.

v.l. Heinrich Stecher, Hermann Kompatscher, Heinrich Ennemoser und Johann Weißensteiner.

Rosa Thaler beglückwünschte den Verband für seine Tätigkeiten und erwähnte die Wichtigkeit der kleinbäuerlichen Strukturen, die im Vergleich zu den Großbetrieben krisenfester sind. Johann Weißensteiner berichtete über die Vollversammlung der FERBA in Brüssel. Bei dieser Gelegenheit wurde auch eine Resolution an das Europaparlament übergeben. Obmann Ennemoser bedankte sich in seinen Schlussworten bei seinem Verwaltungsrat und den Mitarbeitern für die gute Zusammenarbeit und forderte diese auf, auch in Zukunft zusammen zu stehen und alle Aufgaben im Interesse der Mitglieder zu bewältigen. Auch für die Jungzüchtervereine hatte er nur lobende Worte und animierte sie weiterhin in ihren Tätigkeiten. Mit einem gemeinsamen Mittagessen, welches der Jungzüchterverein der Grauviehrasse in der Zwischenzeit für die Versammlungsteilnehmer vorbereitet hatte, wurde die Versammlung abgeschlossen.