Grauviehausstellung im Schnalstal

Der Samstag, 11. Mai 2013 war Festtag für die Grauviehzüchter des Schnalstals und Vinschgau. Nach 1973, 1983, 1993 und 2003 war es bereits die fünfte Ausstellung für die Züchter dieses Gebiets. 21 Zuchtbetriebe mit 110 Tieren beteiligten sich an der Schau und stellten eindrucksvoll unter Beweiß, dass sie an der Grauviehzucht festhalten und von der Rasse für die Bewirtschaftung ihrer Bergbauernhöfe überzeugt sind. Qualität, Haltungs- und Pflegezustand der Ausstellungstiere beeindruckten die vielen Besucher, die sich trotz des schlechten Wetters diesen Züchterhöhepunkt nicht entgehen lassen wollten. Gegen Mittag kam aber die Sonne raus und strahlte mit Tieren, Züchtern und Besuchern um die Wette! Preisrichter Norbert Schöpf meisterte seine schwierige Arbeit wieder gewissenhaft und kompetent. Für die festliche Abwicklung und sehr gut organisierte Schau gebührt besonders dem OK-Chef Ernst Kaserer ein aufrichtiger Dank und Lob. Der Südtiroler Rinderzuchtverband gratuliert auch allen teilnehmenden Züchtern, besonders den Besitzern der Siegertiere und wünscht weiterhin viel Freude in der Grauviehzucht!

Aufstellung der Siegertiere Schnals

Bildergalerie

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l. die Schausiegerin Locki von Christian Rainer, Unterniderhof, Unser Frau; r. Ernst Kaserer mit der Reserve-Schausiegerin Dora.

Es sind noch einige Preise der Lotterie abzuholen!!

Treffer Lotterie

Bericht:

Gelungene Grauviehschau in Unser Frau im Schnalstal
Nach 10 Jahren Pause waren die Grauviehzüchter des Vinschgau wieder an der Reihe, ihre besten Tiere dem Publikum zu präsentieren.  Unter dem Vorsitz von Ernst Kaserer wurden in monatelanger Vorbereitungszeit die Weichen gestellt um eine erfolgreiche Schau zu absolvieren. Im Nachhinein kann behauptet werden, dass die Erwartungen bei Weitem übertroffen wurden. Preisrichter Norbert Schöpf kam schon bei der Präsentation von perfekt geformten Kalbinnen ins Schwärmen, welches sich bei zunehmendem Alter der Tiere noch steigerte. Novum war auch, dass keine Vorauswahl der Tiere getroffen wurde, sondern dass die Züchter selbst entschieden haben, welche Tiere aus ihren Stallungen an der Schau teilnehmen sollen. Auch dieses Experiment hat sich als erfolgreich und nachahmenswert bewährt. Trotz des anfänglich schlechten Wetters fanden sich schon am Morgen viele Freunde der Grauviehzucht in Unser Frau ein. Die 105 ausgestellten Tiere kamen aus 22 verschiedenen Zuchtbetrieben, und wurden in 13 Gruppen eingeteilt. Für die Jungrinder, die trächtigen Kalbinnen, die trockenstehenden Kühe, die Erstmelkkühe und die Mehrmelkkühe wurden Finales durchgeführt.
Bei den trächtigen Kalbinnen standen sich im Finale 6 Tiere gegenüber. Den Sieg holte sich eine  Dalbert-Tochter mit dem klingenden Namen Goldsterne aus dem Stall von Michael Pixner, Oberkaserhof in St.Martin am Kofl. Bei der Vorführung der Jungrinder waren nicht weniger als 18 Jungzüchter/innen engagiert, die ihre herausgeputzten Tiere mit viel Freude und sichtlich stolz präsentierten. Dabei wurden die Vorführer/innen vom ehemaligen Obmann des Grauvieh Jungzüchtervereins Andreas Tauferer beobachtet und bewertet. In der ersten Gruppe bildeten die Dalgo-Tochter Brave und die Jungzüchterin Birgit Pixner das beste Gespann. In der zweiten Gruppe harmonierten die Nidal-Tochter Alpenrose und Manuel Kaserer am Besten. Das Finale für das beste Vorführen dominierte dann Birgit Pixner vom Oberkaserhof in St.Martin am Kofl. Das Jungrind mit dem besten Typ stellte der Jungzüchter Daniel Nischler vom Nassreidhof in Pifrail. Die Golde, eine Galasso-Tochter hatte ihren Mitbewerberinnen laut Preisrichter Norbert Schöpf einige Vorzüge aufzuweisen. Bevor die laktierenden Kategorien vorgeführt wurden, standen noch 2 Gruppen trockenstehender Kühe zur Vorführung an. In der zweiten Gruppe konnten die Grauviehzüchter ein besonderes Tier bewundern. Die 18jährige Sandra, eine Alex-Tochter aus dem Stall vom Felix Santer, Unterau in Unser Frau, bewegte sich im Ring wie ein Teenager und erhielt nach dem Gruppensieg, von den vielen Zuschauern den verdienten Applaus. Den Sieg aber holte sich die breite, formstarke mit viel Typ ausgestattete Emalex-Tochter Gitte von der Santer Rainer Rita, Brugghof in Unser Frau. Nicht nur der Preisrichter, sondern auch das Publikum hatten dieses Tier als jenes mit dem besten Grauviehtyp gewählt. Die Erstlingskühe waren in 2 Gruppen eingeteilt. Im Finale buhlten 4 Tiere mit ihren Vorführern um den Sieg. Schussendlich hatte die Damello-Tochter Gilde vom Johann Mitterhofer, Niederst in Naturns die Nase vorne. Auch die Mehrmelkkühe waren in 4 Gruppen eingeteilt, sodass 8 Tiere das Finale bestreiten durften. Siegerin wurde die Locki, eine in allen Körperteilen überaus korrekte Dalbas-Tochter. Das Finale für das beste Euter bestritten die jeweils vom Preisrichter nominierten Tiere. Es war schon eine Augenweide, Grauviehtiere mit perfekt geformten Euteranlagen im Ring zu sehen. Schließlich wurde die Dandy-Tochter Erle zur Eutersiegerin deklariert, was ihren Besitzer, Hermann Götsch vom Obergamphof in Unser Frau zu Freudensprüngen animierte. Dann folgte das große Finale, wo es um den Schau- und den Reserveschausieg ging. Dieser Titel hat immerhin für die nächsten 10 Jahre Gültigkeit. Die Tiere, die sich nun gegenüberstanden, hätten auch bei jeder größeren Schau beste Figur abgegeben. Dass die Dalbas-Tochter Locki und ihr Vorführer Christian Rainer vom Unterniederhof in Unser Frau an diesem Tag nicht zu schlagen waren, darin waren sich Preisrichter, Experten und die vielen Besucher einig. Die nahezu perfekte Grauviehkuh hat alles, was einen Champion ausmacht. Typ und Adel, korrekte Fundamente, eine perfekte Euteranlage und viel Ausstrahlung, alles Prädikate die das Herz eines jeden Grauviehzüchters höher schlagen lassen. Der Reserve-Schausieg ging an die rahmige, tief gebaute Dallord-Tochter Dora vom Niedermaorbauer auf dem Trumsberg, Ernst Kaserer. Der fleißigen Gruppe von Grauviehzüchtern des Vinschgau gebührt großes Lob für die Organisation dieser in allen Belangen gelungenen Grauviehausstellung. Nicht nur die teilnehmenden Züchter, sondern auch Verbandsfunktionäre und die aus allen Landesteilen angereisten Grauviehzüchter und Freunde waren von der Qualität der gezeigten Tiere sehr beeindruckt.