Grauvieh Jungzüchter im Vinschgau

Am 16. November trafen sich 25 Grauvieh-Jungzüchter in St. Martin am Kofl, hoch über Latsch. Schon die Fahrt zu diesem abgelegenen Höfeweiler am Vinschger Sonnenberg, brachte so manchen ins Staunen. Oben angekommen in 1.700 m Meereshöhe bot sich eine wunderschöne Winterlandschaft mit Ausblick auf die umliegende Bergwelt und den Vinschger Talkessel.

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Erstlingskühe zum Bestaunen am Oberkaserhof

Familie Pixner hat den Oberkaserhof vor zehn Jahren gekauft. Michael Pixner betonte, dass beim Hofkauf stets die Absicht bestand, auch davon leben zu können. Für viele schwer vorstellbar auf diesem extremen Bergbauernhof. Doch mit viel Freude zur Landwirtschaft, Passion fürs Grauvieh und die Passeirer Gebirgsziege, sowie Ehrgeiz zur Verwirklichung der gesteckten Ziele schafften es Helene und Michael Pixner gemeinsamen mit ihren Kindern einen funktionierenden Betrieb nach biologischen Richtlinien mit mehreren Standbeinen aufzubauen. Die Abgeschiedenheit am Berg verlangt schon Einiges an Eigeninitiative – will man überleben. So wurde als Erstes ein Hofschank eröffnet, ist St. Martin doch über eine Seilbahn erschlossen und beliebtes Wandergebiet. Da Helene und Michael bereits durch Almbewirtschaftung die Käseherstellung und Milchverarbeitung beherrschten, entschlossen sie sich zur Errichtung einer kleinen Hofkäserei. Mit dem Hofschank lässt sich der Absatz gut kombinieren. Schließlich wurde noch das Dachgeschoss ausgebaut und zwei Ferienwohnungen eingerichtet – für Gäste die Abgeschiedenheit und Ruhe suchen. 25 Stück Grauvieh stehen im Stall, sowie eine Schar Passeirer Gebirgsziegen. Eine besondere Augenweide sind die Dalbert- Töchter Goldsterne und Glanze, Siegerkalbinnen der Frühjahrsausstellung in Unser Frau/Schnals. Mittlerweile abgekalbt präsentierten sie sich mit hervorragenden Eutern. Nachdem alles besichtigt war, kamen die Jungzüchter in den Genuss von einer köstlichen Marende mit hofeigenen und selbstgemachten Produkten.
Anschließend gings weiter zum Niedermoarhof der Familie Kaserer, am neben gelegenen Trumsberg in der Gemeinde Kastelbell. Reinhard Kaserer, der Obmann der Grauvieh Jungzüchter, lebt hier gemeinsam mit Mutter Annemarie, Vater Ernst, seiner Frau Daniela, Sohn Samuel und den Geschwistern. Auch in diesem Betrieb spielt die Veredelung der Produkte eine große Rolle. Als gelernter Metzger verarbeitet Reinhard gemeinsam mit Vater Ernst Rind-, Schaf- und Schweinefleisch, was großteils im eigenen Hofschank gebraucht wird. Bereits vor zehn Jahren wurde ein Laufstall samt Auslauf errichtet, in welchem sich die Kühe sehr wohl fühlen und eine durchschnittliche Milchleistung von 6.000 kg erbringen. Damit ist man zufrieden und richtet sich in der Zucht vermehrt auf die Doppelnutzung. Denn gerade deshalb wird die Rasse am Niedermoarhof geschätzt – sie bringt eine ausgewogene Milch- und Fleischleistung bei sehr guter Grundfutterverwertung, Weidetauglichkeit und unkomplizierter Haltung. Auch hier sahen die Jungzüchter einen gut funktionierenden Familienbetrieb mit mehreren Standbeinen, welche es ermöglichen vom Einkommen am Hof zu leben und nicht zur Arbeit ins Tal zu müssen. Die Wertschätzung für das hofeigene Produkt und die Fähigkeit dies dem Konsumenten zu vermitteln ist beim Niedermoar und beim Oberkaser eines der Erfolgsrezepte, aus dem man Freude an der täglichen Arbeit schöpfen kann.
Den beiden Züchterfamilien kann nur gratuliert und für die Gastfreundschaft gedankt werden.
Beim Törggelen in der gemütlichen alten Bauernstube am Niedermoarhof fand der Tag einen gelungenen Ausklang.

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