Grauvieh für das Baltikum

Dass sich das bodenständige Grauvieh für die Bewirtschaftung unserer Berghöfe bestens eignet, hat sich über Jahrhunderte erwiesen. Heute, in einer von kosmopolitischen Rinderrassen beherrschten Welt, erkennt man dass das Grauvieh besondere Eigenschaften besitzt, die auch, in für das Grauvieh untypischen Ländern, größte Nachfrage erfahren. Aus diesem Grunde traten kürzlich 62 Rinder der Südtiroler Grauviehrasse die Reise in den Baltikum an, um dort, in naturbezogener Haltung und Fütterung, eine züchterische Karriere als Mutterkühe zu starten. Möglich gemacht hat dies die Firma VIANCO aus der Schweiz, die der Überzeugung ist, dass sich genau diese Rasse für die Produktion von Qualitätsfleisch höchsten Segments bestens eignet. Diese 62 Rinder wurden auf die Insel Saaremaa (Estland) gebracht. Die aus diesen Rindern geborenen Kälber werden ausschließlich mit Muttermilch auf der Weide aufgezogen. Getreide darf nur notfalls verfüttert werden. Der Einsatz von Soja und anderer Leistungsförderer ist durchwegs verboten. Nachdem die Mutterkuhhaltung in diesen Ländern nach Schweizer Vorgaben gemacht wird, können wir beruhigt sein, dass das Tierwohl höchste Priorität hat.

Dem Südtiroler Rinderzuchtverband ist es stets ein Anliegen zu wissen, dass es den Tieren, die in neue Länder verkauft werden, an nichts fehlt und dass sie für die dortige bäuerliche Bevölkerung beste Dienste leisten, so wie sie dies auch für unsere Bergbauern immer gemacht haben.

60 Kalbinnen traten die Reise nach Estland an