Grauvieh Europaschau GRALPINA

Europaschau der Grauviehrassen in der Schweiz

Am 1. Mai folgten die Südtiroler Grauviehzüchter der Einladung, sich in der Schweiz an der ersten Europaschau der Grauviehrassen zu beteiligen. Was Grauviehzüchter aus Nord- und Südtirol schon lange angedacht haben, wurde vom jüngsten Grauviehzüchterland, nämlich der Schweiz, konkretisiert.

Verantwortlich dafür zeichnete Peter Salzgeber, ein in Züchterkreisen wohl bekannter Verfechter der Grauviehrasse in der Schweiz. Durch Importe aus Österreich und letzthin auch vermehrt aus Südtirol, wurde in der Schweiz eine bedeutende Grauviehpopulation gegründet. Aus Erfahrung weiß man, dass der Schweizer Rinderzüchter sein Handwerk wie kein anderer versteht. Da neben der Europaschau auch die nationale Schweizer Grauviehschau stattfand, konnte eine beachtliche Anzahl an Grauviehtieren besichtigt werden. Die Schau war in Sargans geplant, wurde dann aber in die wunderschöne Bündner Arena nach Cazis im Kanton Graubünden verlegt. Neben der Leistungszucht, an der die Milch- und Fleischkomponente ausgewogen gewichtet werden, spielt die Mutterkuhhaltung für die Schweizer Grauviehzucht eine bedeutende Rolle. So wurden die Schautiere in 14 Kategorien eingeteilt, wobei 2 den Mutterkühen vorbehalten waren. Die Schweizer Nationalschau wurde in einem etwas anderem Einzelpreisrichterverfahren abgewickelt, an dem Dipl.Ing Rudi Hussl, Tierzuchtdirektor aus Nordtirol, die Rolle des Obersten Preisrichters zugeteilt wurde, der aber niemals die Entscheidungen seiner Preisrichter korrigieren musste. Als Preisrichter fungierten Markus Peer aus Nordtirol, Beat Liver aus der Schweiz und Südtirol wurde durch den Mitarbeiter des Südtiroler Rinderzuchtverbandes Karl Zöggeler vertreten, der für seine gute Arbeit von Seiten der teilnehmenden Züchter mit viel Lob bedacht wurde. Schweizer Gesamtschausiegerin wurde eine typ- und euterstarke Dewiso-Tochter der Familie Salzgeber aus Pany. Im Laufe der Schau hatte so mancher Südtiroler Züchter ein Wiedersehen mit jenen Tieren, die in seinem Stall standen und dann in die Schweiz verkauft wurden.


Im Anschluss erfolgte die für uns mit Spannung erwartete Europaschau, an der 6 Tiere aus der Schweiz, 6 aus Österreich und 6 aus Südtirol teilnahmen. In der Halle wurde das Geschehen mit höchster Anspannung verfolgt. Aus Südtirol und dem Trentino waren mehr als 100 begeisterte Grauviehzüchter angereist um das einmalige Event zu verfolgen. Die Tiere für die Europaschau waren in 3 Kategorien eingeteilt, wobei die 6 Erst- bzw. Zweitmelkkühe im ersten Vergleich antraten. Die schwierige Aufgabe, Europasiegerin der laktierenden Kühe und der Kalbinnen zu nominieren, war Beat Liver übertragen, einem Original Braunviehzüchter aus der Schweiz. Von außen betrachtet waren kaum erkennbare Unterschiede auszumachen, die den Ausschlag gaben, ob ein Tier an erster, zweiter oder sechster Stelle landete. In dieser Gruppe mischten aus Südtirol die formstarke Essdob-Tochter SARA, sowie die typstarke STASI, eine schauerfahrene Nordog-Tochter mit. Obwohl lange an vorderster Stelle stehend, musste die SARA der Eutersiegerin der Schweizer Nationalschau den Kategoriesieg überlassen, berechtigte sie aber, am großen Finale teilzunehmen. In der zweiten Gruppe wurden jene Kühe aus den 3 Ländern vorgeführt, die mehr als 3-mal abgekalbt hatten. Aus Südtirol starteten die mit perfektem Euter ausgestattete Dalmin-Tochter AGA, sowie die in allen Körperteilen harmonische und mit viel Ausstrahlung ausgestattete Damick-Tochter SUSI. In dieser Kategorie mischte aber auch die aus Vorarlberg stammende Doldus-Tochter BIANKA mit, die bereits Österreichische Bundessiegerin war. Unsere zwei hervorragenden Kühe konnten sich nicht für das Finale qualifizieren. Bei den Kalbinnen war die Gruppenvorführung auch zugleich das Finale mit der Vergabe des Europameistertitels. Dass die Kalbinnen aus Österreich traditionell von bestechender Qualität sind, ist allseits bekannt. Umso verwunderlicher, dass den Sieg eine in der Schweiz gezogene Kalbin davontrug. Die Südtiroler Grauviehzucht war durch zwei extrem korrekte Rinder vertreten, die bei Südtiroler Schauen als Siegertiere hervorgetreten waren. Die Lumell-Tochter MAUSE hatte bei der Landesausstellung im April 2010 den Sieg bei den Kalbinnen der Jungzüchter errungen und die HÄSIN, ein in allen Belangen korrektes Tier hatte bei der Jungzüchterschau in St. Lorenzen im Herbst 2010 den Sieg davongetragen.
Als die 6 Finalistinnen die Schauarena betraten, hätte man eine Nadel fallen hören, so angespannt waren die Züchter auf den überfüllten Rängen. Nach reichlich Überlegung nominierte Beat Liver die Doldus-Tochter BIANKA aus Vorarlberg zur 1. Europameisterin der Grauviehrassen. Den Vize-Meistertitel holte sich die in der Schweiz gezogene Dinos-Tochter DIANA. Für unsere SARA blieb nur mehr der undankbare 3. Rang übrig, der aber trotzdem alle Südtiroler Grauviehzüchter mit Stolz erfüllte.
Insgesamt kann behauptet werden, dass sich die Südtiroler Grauviehzucht von ihrer besten Seite präsentiert hat und für viel positiven Gesprächsstoff gesorgt hat. Mit der Beteiligung an dieser Schau, ist sicher ein nicht abzuschätzender Werbeeffekt erzielt worden, der sich ganz sicher mit steigenden Verkaufszahlen in die Schweiz auswirken wird. Den Züchtern gebührt ein großes Lob, die ihre wertvollen Tiere für diese Schau vorbereitet haben und mit viel Begeisterung die Fahrt in die Schweiz auf sich genommen zu haben um dort die Tiere über den Zeitraum von 3 Tagen bestens zu betreuen und vorzuführen. Auch jenen Züchtern möchten wir danken, die sich bis zum letzten Augenblick bereit erklärt haben, Reservetiere bereit zu halten, die sicher auch beste Figur abgegeben hätten.
Großer Dank gebührt auch unserem Mitarbeiter Stefan Zischg, der alle ihm anvertrauten Arbeiten, in einer ihm eigenen Art, in vorbildlicher Weise von der Anlieferung, der Betreuung bis hin zum Abtransport gewissenhaft koordiniert hat. Für die Südtiroler Grauviehzüchter, den Mitarbeitern/innen des Südtiroler Rinderzuchtverbandes und allen an dieser Schau beteiligten Personen, wird diese Schau noch lange in positiver Erinnerung bleiben.

Südtiroler Grauviehkollektion

HÄSIN Va. Emnill (Kalbinnen) Bes. Schwarz Oswald, Haln, St.Walburg/Ulten
MAUSE Va. Lumell (Kalbinnen) Bes. Reiterer Alois Josef, Pag, Aschl/Vöran
SARA Va. Essdob (Jungkühe) Bes. Schwarz Martin, Ausserpircha, Larcherberg/Ulten
STASI Va. Nordog (Jungkühe) Bes. Tschager Reinhard, Hilber, Petersberg/Deutschnofen
SUSI Va. Damick (Ältere Kühe) Bes. Pfeifer Anton, Bauer im Wald, Deutschnofen
AGA Va. Dalmin (Ältere Kühe) Bes. Pixner Oswald, Egarter, Pill/Moos in Passeier