Das war Passeier 2018!

Grauvieh „Jubiläumsschau“ in St. Leonhard in Passeier

Mit strahlendem Wetter wurden die Mühen der Passeier Grauviehzüchter belohnt, die nach den Schneefällen des vorhergehenden Tages teilweise unter gefährlichen Bedingungen, ihre Tiere auf den Ausstellungsplatz nach St. Leonhard in Passeier gebracht haben. 70 Jahre Grauviehzucht in Passeier lautet das Motto, sodass es fast für jeden Grauviehzüchter Südtirols eine Pflicht war dieser Schau beizuwohnen. So dann auch geschehen, dass Züchter aus allen Landesteilen, aus Deutschland, Österreich und der Schweiz in Massen den Ring säumten. Mit dem Preisrichten war der Pawigler Grauviehzüchter Norbert Schöpf betraut, der wahrlich um seinen Job nicht zu beneiden war. Sein Arbeitspensum umfasste die Rangierung von 5 Gruppen trächtiger Kalbinnen, 3 Gruppen Jungkühen und 11 Gruppen Mehrmelkkühen, ergänzt noch durch eine Gruppe von 4 Zuchtstieren. Die unter dem Vorsitzenden des OK Josef Gufler bestens vorbereitete Schau wurde durch die Mitarbeiter des Südtiroler Rinderzuchtverbandes unterstützt, sodass der reibungslose Ablauf gewährleistet war.

Als erste Gruppe wurden die Stiere vorgeführt und in Reihung gebracht. Nach der Rangierung der 5 Kalbinnen-Gruppen folgte sogleich das Finale. Es war schon eine Augenweide, die 10 Gruppensierinnen vereint im Ring zu betrachten. Schließlich holte sich die mit viel Ausstrahlung ausgestattete FREUDE, eine Nidobb-Tochter aus dem Stall des Pixner Josef, Hienderer in Vernuer den Sieg. Dahinter platzierte sich die etwas jüngere Damello-Tochter PAULINE der Maier Hilde, Steinerhof in St. Martin, die dem Preisrichter durch ihren feinen und sehr korrekten Körperbau imponierte.

Links im Bild die Kalbinnen-Siegerin Freude (V. Nidobb) vom Hienderer in Vernuer, rechts ihre Reserve Pauline (V. Damello) vom Steinerhof in St. Martin in P.

Spannend verlaufen Zuchtrinderschauen dann erst, wenn die Euteranlage auch als wichtiges Bewertungskriterium Berücksichtigung findet. So blickten die vielen Besucher gespannt auf die Gruppen der Erstlingskühe, die auch deshalb interessant sind, da sie im Normalfall aus aktuelleren Vaterlinien stammen. Als dann die 6 erstplatzierten Kühe im Ring standen, kam Preisrichter Norbert Schöpf ins Schwärmen als er die Siegerin und Reservesiegerin antippte, die später auch am absoluten Finale für den Schausieg mitlaufen würden. Die Dante-Tochter ALMFEE vom Pixner Reinhard Peter, Außeroberstein in Pfelders holte sich den Sieg vor der Dobbner-Tochter ALINA vom Heel Hansjörg, Oberübelstein aus Walten.

Die Mehrmelkkühe waren in 11 Gruppen eingeteilt, zählt man die Finalpaarungen dazu, so waren insgesamt 26 Tiergruppen zu rangieren. Etwas vereinfacht wurde dem Preisrichter die Arbeit, in dem er von jeder Gruppe jeweils nur die drei erstgereihten genannt wurden. Die zwei erstgereihten durften dann das Zwischen-Finale bestreiten. Nach der Vorführung der ersten 6 Kuhgruppen wurde ein Finale mit den 12 Siegertieren eingeschoben. Dabei merkte man schon, dass der Gesamtsieg nur über die Siegerin dieser Paarungen führen konnte. Die vom Jungbauern Andreas Auer, Oberhof in Glaiten vorbildlich vorgeführte DALBDAM-Tochter GEMSE dominierte die Gruppe und wurde zunächst zur Zwischensiegerin gekürt. Dahinter reihte Preisrichter Schöpf die wuchtige Dogalf-Tochter SIMONE vom Kofler Christian, Jänner aus Platt.

Bevor nun Euter und Schausieg über die Bühne gehen konnten, mussten noch 5 Kuhgruppen älteren Jahrgangs vorgeführt werden. Inzwischen waren neben den Bürgermeistern der teilnehmenden Gemeinden auch zahlreiche Ehrengäste eingetroffen, zu denen auch Landesrat Arnold Schuler zählte. Im 2. Finale der älteren Kuhgruppen standen sich dann 10 Kühe gegenüber. Preisrichter Norbert Schöpf mahnte die Grauviehzüchter, sich vor diesen Tieren zu verneigen, denn im Ring befinden sich nun Kühe, die ihre Besitzer schon einige Jahre auf ihren Berghöfen begleiten. Schließlich hatte die 9jährige, in der 6. Laktation stehende Dobbner-Tochter FRENIE vom Hinterbrugger in St. Martin die Nase vorne. Der Brandterbauer aus Walten stellte mit der Nigal-Tochter AMALIA die Zweitplatzierte und durfte somit auch im Finale für den absoluten Schausieg mitkämpfen.

Bevor der absolute Höhepunkt steigen konnte, musste noch jene Kuh mit der besten Euteranlage gekürt werden. Nicht weniger als 14 Tiere, jene mit dem besten Euter jeder Kuhgruppe, stellten sich dem Preisrichter. Die Form und Qualität der Euteranlagen dieser vorselektierten Tiere, sind das Produkt jahrzehntelanger Zuchtarbeit. Wirklich kleinste Unterschiede machten den Unterschied. Bestes Euter der Jubiläumsschau in St. Leonhard hatte die Dobbner-Tochter GINA vom Hinterbrugger in St. Martin aufzuweisen. Obwohl in ihrer Gruppe nicht zur Siegerin gekürt, stellte sie nun ihre Konkurrentinnen ob ihrem perfekten Euter in den Schatten.

Eutersiegerin Gina (V. Dobbner) vom Hinterbrugger in St. Martin in P.

Nun war das Gesamtfinale angesagt und die sechs besten Kühe, Siegerinnen der drei Zwischenfinales, stritten um den Sieg. Bevor der Preisrichter seine Entscheidung bekanntgab, wurde ihm von Seiten der Organisatoren und des Rinderzuchtverbandes für seine hervorragende Arbeit gedankt, die er in souveräner Manier erledigt hat. In dieser letzten Finalpaarung, wo es um den Schausieg und den Titel „Miss Grauvieh Passeier 2018“ ging, lief die GEMSE vom Auer Franz, Oberhof in Glaiten zur Hochform auf. Preisrichter und die vielen Experten waren sich einig – nur diese Kuh konnte heute den Titel erringen! Typ, Adel, perfekter Körperbau, feinstes Fundament und ein ausgesprochen ausbalanciertes, gut aufgehängtes Euter ließen keinen Zweifel offen; das war die beste Kuh am heutigen Tag. Zur Reservesiegerin wurde die FRENIE, eine Kuh älteren Jahrgangs vom Pixner Paul, Hinterbrugger in St. Martin nominiert.

Links die Schausiegerin Gemse (V. Dalbdam) vom Oberhof in Glaiten/St. Leonhard in P., rechts ihre Reserve Frenie (V. Dobbner) vom Hinterbrugger in St. Martin in P.

Zudem sei noch bemerkt, dass von den jeweils 3 erstgereihten Tieren einer jeden Kuhgruppe 6 DOBBNER-Töchter einen Sieg, 5 einen zweiten Rang und 5 einen dritten Rang erreichten. Von den 12 im Wettbewerb für das beste Euter stehenden Kühen waren, neben der Siegerin, noch weitere 4 Nachkommen dieses außergewöhnlichen Stieres im Ring. Kein anderer Stier konnte an diesem Tag dieser Schau so markant seinen Stempel aufdrücken wie DOBBNER (Doban X Narses X Emil).

Die Qualität der ausgestellten Tiere, die Begeisterung der ausstellenden Züchter sowie die überaus zahlreichen Besucher verleihen dieser Schau das Prädikat „Super Veranstaltung“. Herzlichen Glückwunsch allen Beteiligten von seiten des Rinderzuchtverbandes!

Herbert Lang – Südtiroler Rinderzuchtverband

Aufstellung der Siegertiere

Bildergalerie

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