Südtirol baut auf hochwertige Milchprodukte

Jahresvollversammlung des Südtiroler Rinderzuchtverbandes in Terlan

Am 20. März hielt der Südtiroler Rinderzuchtverband seine ordentliche Vollversammlung ab. Neben zahlreichen Ehrengästen konnte Obmann Heinrich Ennemoser auch Landesrat Arnold Schuler, sowie die Landtagsabgeordneten Maria Hochgruber Kuenzer und Sepp Noggler  begrüßen. Obmann Ennemoser wies in seinen Ausführungen auf ein, infolge schlechter Futterernte; schwieriges Viehwirtschaftsjahr zurück. Höhepunkte waren die verschiedenen Ausstellungen, bei welchen die Mitglieder des Südtiroler Rinderzuchtverbandes beste Zuchttiere zur Schau stellten. In Bezug auf die Dienstleistungen für die Züchter wies er auf die Wichtigkeit der Viehvermarktung hin. Messen auch außerhalb unserer Landesgrenzen sind sehr wichtig, so die Begründung für die Beschickung der Messen von Martina Franca und Gravina in Apulien. Auch die Gespräche mit Braunvieh- und Fleckviehzuchtverband zum Zweck noch intensiverer Zusammenarbeit waren zentrale Themen im Jahr 2014, wobei schon seit Jahrzenten alle rassenübergreifenden Tätigkeiten über die Vereinigung der Tierzuchtverbände abgewickelt werden. Geschäftsführer Lang hielt einen Rückblick und zugleich auch eine Vorschau auf das angelaufene Jahr. Auch seinen Ausführungen war die Wichtigkeit der Viehvermarktung zu entnehmen. Von den 2.041 über die Zuchtviehversteigerungen verkauften Tiere gingen 28% der Grauvieh-, 15% der Holsteintiere an Kunden außerhalb unserer Landesgrenzen. 112 Grauviehtiere konnten wieder in die Schweiz exportiert werden. Der Verkaufswert der Tiere über Versteigerungen, Exporten und anderen Ab-Hof Verkäufen beträgt ca. 3 Millionen Euro. Im Anschluss wurden einige Züchter geehrt, die Tiere von besonderem Wert gezüchtet haben. Gespannt waren alle auf die Ausführungen von Dr. Robert Zampieri, Direktor des Milchhofes Bergmilch Südtirol. Schon das Thema „Wegfall der Milchquoten – eine Gefahr für Südtirol?“ hat dazu beigetragen, den Raiffeisensaal von Terlan zu füllen. Ernüchternd dann, dass Südtirol, in Bezug auf die Milchproduktion, auf der Welt keine Rolle spiele. Wohl aber auf dem lokalen und dem italienischen Markt. Hier genießen Südtiroler Milchprodukte einen hohen Stellenwert. Ziel muss es sein, die im Berggebiet produzierte Milch, noch mehr zu qualitativ hochwertigen Produkten zu verarbeiten. Südtirols Milchwirtschaft bedient die sogenannten Nischen und damit war auch schon alles gesagt. Dr. Zampieri konnte den Milchbauern die Angst vor einer Milchschwemme aus dem Ausland nehmen. Die großen Milchproduzenten in Europa orientieren sich nach Osten und in den asiatischen Raum, wo infolge der wachsenden Bevölkerung, die Zukunftsmärkte entstehen werden.

Kontrollkuhbestände und Leistungsdurchschnitte:

Holstein:         11.084 Kontrollkühe: 8.589 kg Milch bei 3,96% Fett und 3,27% Eiweiß

Grauvieh:         8.035 Kontrollkühe: 5.188 kg Milch bei 3,76% Fett und 3,36% Eiweiß

Pinzgauer:       1.197 Kontrollkühe: 6.447 kg Milch bei 3,91% Fett und 3,35% Eiweiß

LR Schuler und die geehrten Stierzüchter: Josef Albert Alber, Lorenz Höller, Herbert Unterholzner, Johann Pardeller und Werner Kofler.

Zum Nachlesen: hier kann der Tätigkeitsbericht geladen werden!