Pustrer Holsteinzucht im Rampenlicht

Pustertals Holsteinzüchter standen mit der Organisation der Holstein-Gala in Form einer Abendschau in St. Lorenzen vor einer neuen Herausforderung. Am Ende kann man sagen, dass das Experiment voll gelungen ist. Damit alles gut funktionierte, bedurfte es dem Zusammenspiel aller Kräfte: Organisationskomitee, Zuchtverband, Jungzüchterverein und nicht zuletzt die ausstellenden Züchter selbst, sind für das gute Gelingen verantwortlich. Die gesamte Veranstaltung lief an einem Tag und einer Nacht ab. Die 51 Ausstellungstiere wurden am Samstag im Laufe des Tages von den 25 Züchtern angeliefert, am Ausstellungplatz nochmals einer gründlichen Reinigung unterzogen und für den Abendauftritt schick gemacht. Pünktlich um 20.00 Uhr betrat dann die Erste von 10 Gruppen, den von den Jungzüchtern festlich dekorierten Ausstellungring, um sich dem kritischen Auge von Preisrichter Leo Amann aus Vorarlberg zu stellen. Und wie sich die fesch herausgeputzten Holsteindamen präsentierten! Mit Fortdauer der Veranstaltung steigerte sich die Qualität der Tiere zunehmend. So manche Holsteindame hätte sich auch auf internationalem Parkett bestens geschlagen, so der Kommentar von Preisrichter Leo Amann. Doch nun der Reihe nach. Die Vorführung der Tiere in 10 Kategorien wurde noch mit 9 Finalpaarungen ergänzt, sodass das Vorführprogramm volle drei Stunden in Anspruch nahm. Das Finale der trächtigen Kalbinnen dominierte die sehr feine RUNCH-ATWOOD-RENE-RC aus dem Stall von Enrico Nagler aus Abtei. Dahinter platzierte sich die sehr gut entwickelte ROSANA, eine prächtige Mascalese-Tochter vom Außerdorfer Johann, Moar am Anger in Stefansdorf/St. Lorenzen. In der Holsteinzucht spielt die Euteranlage der Tiere eine zentrale Rolle, sodass mit der Vorführung der in Laktation stehenden Tiere, die Spannung selbstverständlich stieg. Die in erster Laktation stehenden Kühe waren in drei Gruppen eingeteilt. Es folgte sogleich ein kleines Finale für das beste Euter, welches drei Tiere unter sich ausmachten und ein kleines Finale mit den sechs besten Erstlingskühen. Laut Preisrichter hatte dann die Destry-Tochter EMMELI vom Werner Watschinger, Unterlaner in Sexten das beste Euter. Die kompletteste Erstlingskuh war dann aber die Atwood-MANDY aus dem Stall des Hubert Rainer, Hanzer in Innichen. In Summe hatte die MANDY mehr Qualitäten, sodass sie die EMMELI hinter sich ließ. Die jüngeren Kühe waren ebenfalls in drei Gruppen eingeteilt. Hier trafen Kühe großen Kalibers aufeinander. Am Wettbewerb für das beste Euter dieser drei Gruppen führte kein Weg an der Bronco-Tochter FLAMME vom Meinhard Oberhollenzer, Pischele in Pfalzen vorbei. Sie imponierte Preisrichter und Publikum durch starke Aufhängung, perfekter Strichform und Strichplatzierung. Das kleine Finale der jüngeren Kühe war mit spektakulären Kühen bestückt. Man merkte es den Tieren und deren Vorführern förmlich an, dass sie zu den absoluten Stars des heutigen Abends avancieren werden. Die aus kanadisch-amerikanischer Genetik stammende Goldwyn-Tochter PAM flanierte durch den Ring und ließ ihren Mitbewerberinnen für jeglichen Titel keine Chance. Die PAM, im Gemeinschaftsbesitz von Hubert Rainer und Richard Holzer, heimste schon einmal den Titel der besten Jungkuh vor der Eutersiegerin FLAMME vom Pischele-Bauern in Pfalzen ein.

Bevor es zum absoluten Showdown kam, wurden noch die älteren Kühe in zwei Gruppen vorgeführt. Geschäftsführer Lang, der die Schau moderierte, hatte nur Worte des Lobes für diese großen Damen der Holsteinzucht. Aus den Händen des Vorsitzenden der Holsteinzüchter Walter Reiterer erhielten die Besitzer der drei ältesten Tiere eine Holzskulptur als Erinnerung an diese Schau. Bestes Euter hatte dabei die Talent-OSTIL vom Hanzerbauern in Innichen. Das kleine Typfinale entschied ebenfalls die OSTIL, die bereits Schauerfahrung im Ausland gesammelt hatte, vor der FRILLE, einer Jordan-Tochter vom Gräber Manfred, Welis in Stefansdorf/St. Lorenzen für sich.

Dann folgten die Höhepunkte der abendlichen Galaschau mit dem Wettbewerb für das absolut beste Euter und den absoluten Schausieg dieser Premiere. Im Euterwettbewerb standen sich mit der PAM, der FLAMME und der MYLENA vom Werner Watschinger drei Kühe gegenüber, die so mancher Milchbauer in seinem Stall stehen haben möchte. Mit Fortdauer des Abends, wurde das Euter der FLAMME immer besser, sodass ihr der Sieg für das beste Euter nicht mehr zu nehmen war, was vom Publikum mit kräftigem Applaus quittiert und somit als Entscheidung geteilt wurde, obwohl auch die Mitbewerberinnen all ihren Charme aufgebracht hatten um der FLAMME Paroli zu bieten. Nun standen sich sechs Kühe der Extraklasse gegenüber. Dieses Bild hätte sich auf jeglicher Schau eines bedeutsamen Holsteinzüchterlandes ergeben können. Eleganz, Grazie und trotzdem Kraft strahlen diese Kühe aus. Eine Kuh hatte es aber Preisrichter Leo Amann angetan, sodass man von Liebe auf den ersten Blick sprechen konnte. Die PAM, hatte bereits zwei Schauen dominiert, jene in St. Lorenzen im Jahr 2014, damals als trächtige Kalbin und die AGRIALP-Ausgabe im Herbst 2015, wo sie den Typsieg errang. Vorführer Hubert Rainer ließ nichts mehr anbrennen und führte diese wunderbare Goldwyn-Tochter erneut zum Sieg. Dahinter gesellte sich als Reservesiegerin mit der MANDY, ebenfalls vom Hanzerbauern in Innichen, eine Erstlingskuh, der bei Erhalt der Gesundheit, eine große Karriere in den Schauringen vorausgesagt wird.

Insgesamt eine gelungene Gala, zu welcher den Pustertaler Holsteinzüchtern nur gratuliert werden kann.

Aufstellung der Siegertiere

Bildergalerie

Lotterietreffer (abzuholen im Zuchtwartebüro in St. Lorenzen – Auskünfte bei Tanja Tel. 0471 063834)