Pinzgauer Züchterausschuss im Pongau unterwegs

Am 10.03.2016 begab sich der Südtiroler Züchterausschuss der Pinzgauer auf seinen alljährlichen Ausflug. Es wurden wieder Züchterkollegen aus Österreich besucht und heuer ging die Reise ins Pongau, welches sich an diesem Tag von seiner schönsten Seite zeigte. Thomas Sendlhofer erklärte sich bereit, uns beim Organisieren dieses Ausflugs behilflich zu sein und er fand auch die Zeit uns an diesem Tag zu begleiten.

Eine Kuhherde zum Staunen und Bewundern – Jandlhof in Wagrain

Die erste Station führte uns nach Goldegg zum Biobetrieb vom Hans Peter Moser. Der Betrieb wird in Reinzucht geführt und zurzeit stehen am Hof 27 Kühe, samt der Nachzucht sahen wir ca. 50 Pinzgauer Rinder, welche sich sehr gut präsentierten. Unter anderem konnten wir einige Stiermütter besichtigen, darunter auch die Mutter des Stieres „Simplon“! Die Herde bestach durch ihre Vitalität und Langlebigkeit und zeigte die Vorzüge der Pinzgauer auf. Gefüttert wird Silage und Heu, im Sommer gehen die Kühe auf die Weide und bekommen am Futtertisch frisches Gras vorgelegt. Die trockenstehenden Kühe, sowie das Jungvieh verbringen den Sommer auf der Alm. Die Stierkälber werden mit ca. 3 Monaten als BIO – Mastkälber zu einem relativ guten Preis vermarktet. Nach einer schmackhaften Jause, welche von der Bäuerin hergerichtet wurde, mussten wir uns schon auf dem Weg zum nächsten Betrieb machen.

In Wagrain wartete der Jandlhof von Andreas Riepler und seiner Lebensgefährtin Simone auf uns. Auch dieser Betrieb wird in Reinzucht geführt und wahrlich diese Kühe brauchen sich nicht verstecken, wir waren uns alle einig, solche Kühe würden wir sofort mit nach Hause nehmen. Die Herde präsentierte sich sehr leistungsbereit und bei bester Gesundheit. Der Stall und die Tiere sind geradezu herausgeputzt. Andreas kennt man in der Pinzgauerszene als erfolgreichen Stierzüchter, zur Zeit steht der Stier „Fürst“ für den Natursprung auf dem Betrieb, der Stier wurde von der Schule in Bruck gekauft. Andreas gab uns genau Auskunft über seine Tiere und erklärte, dass die letzten Jahre viel in den Betrieb investiert wurde. Es wurde ein Laufstall für die Kalbinnen gebaut, die Aufstallung neu gemacht, ein Kraftfutterautomat angeschafft und seit nicht sehr langer Zeit werden die Tiere mit einem Mischwagen gefüttert. Zurzeit stehen 21 Kühe und das Jungvieh, eine Norikerstute und einige Tauernschecken auf dem Betrieb. Den Sommer verbringen die gesamten Tiere auf der Alm. Sehr schön präsentierte sich auch das Bauernhaus, welches renoviert wurde und für in 5 Apartments für die Gäste Platz bietet. Nach einem selber gebrannten Schnaps, welcher allen sehr schmeckte, machten wir uns wieder auf und zwar Richtung St. Veit.

Wir besuchten noch Hermann Esterbauer, welcher den wunderschön gelegenen Oberklamm Hof vor zweieinhalb Jahren gekauft hat. Auf dem Hof stehen zur Zeit 20 Kühe samt der Nachzucht, 2/3 der Tiere sind reinrassig und 1/3 sind Pinzgauer x RF. Auch auf diesem Betrieb präsentierten sich die Tiere sehr vital und leistungsbereit, mit schönstem Kopfschmuck ausgestattet. Auch Hermann ist ein bekannter und erfolgreicher Stierzüchter. Zurzeit steht ein Ringo Sohn aus einer Gneis Tochter am Betrieb, der Stier wird beim Stiermarkt im März versteigert. Am Betrieb konnten wir 7 Stiermütter begutachten, was das züchterische Können von Hermann nochmals unterstrich. Hermann erklärte uns auch noch, dass er mit Roland Dödlinger, einen Partnerbetrieb hat. Wir konnten auch noch die Tauernschecken begutachten, wo Hermann ebenfalls sehr erfolgreich züchtet. Wir lernten wie ein perfektes Tier ausschauen muss. Wie so oft drängte die Zeit und wir mussten leider schon wieder weiter, zum Fachsimpeln blieb leider nicht mehr viel Zeit.

Unsere letzte Station war Embach, am Hof von Sommerer Albin, wo wir sehr herzlich von der gesamten Familie empfangen wurden. Am Hof werden reinrassige Pinzgauer und die Hälfte Pinzgauer x RF, sowie das dazugehörige Jungvieh gehalten. Gefüttert werden die Tiere über einen Mischwagen, welcher sich im Stadel befindet. Die 24 Kühe präsentierten sich sehr leistungsbereit und in bester Kondition. Die Stiermutter des Stieres „Lirm“ und die Nachzucht konnten wir uns anschauen. Kurz vor der Kalbung stand auch die Lotus Tochter Silvie, welcher der Sohn Jakob bei der Eliteversteigerung in St. Lorenzen vom Betrieb Ebenkofler gekauft hatte. Der Bauer erzählte uns, dass im Frühjahr ein neuer Stall für 45 Kühe gebaut wird. Die Kühe kommen von Ende Mai bis Mitte September auf die Alm. Jedes Jahr werden ca. 15 bis 20 Jungtiere am Betrieb aufgezogen, die Tiere welche zum Verkauf stehen, werden alle über die Versteigerung in Maishofen vermarktet, die Stierkälber kommen mit 14 bis 21 Tagen zum Händler. Danach wurden wir mit Kaffee und hausgemachten Mehlspeisen verwöhnt und konnten uns noch ein wenig austauschen, bis es wieder hieß, heim nach Südtirol!

Wir möchten uns noch einmal herzlich bei allen Betrieben bedanken, dass wir vorbeikommen konnten und so herzlich empfangen wurden. Ein großer Dank gilt auch Thomas Sendlhofer für die Organisation und Begleitung.

Ein herzliches Vergelts Gott!

Matthias Ploner

Bericht und viele Bilder gibt es auch auf www.pinzgauerrind.at