Pinzgauer Zuchtrinderschau in Pfalzen

Am Samstag, dem 28. April brachten die Pinzgauer Rinderzüchter des Unter- und Oberpustertals ihre besten Tiere zur Schau nach Pfalzen.

29 Züchter stellten 79 Tiere aus, die in 9 Kategorien aufgeteilt wurden. Eine Premiere im Richten von Pinzgauerrindern feierte dabei die Schweizer Preisrichterin Tamara Hess-Steinmann, die normalerweise zum Richten von Rindern der Braunviehrasse berufen ist. Die auferlegte Aufgabe wurde von ihr souverän gemeistert, was einmal mehr unter Beweis stellt, dass professionelle Preisrichter imstande sind, jede Rasse zu richten. Die Verantwortlichen für die Pinzgauerzucht in Südtirol stellten erfreut fest, dass von den 79 ausgestellten Tieren, 55 von in Südtirol gezüchteten Stieren abstammten. Diese Tatsache hatte zudem einen enormen Werbeeffekt für die vielen aus dem Salzburger Ursprungsgebiet angereisten Züchter. Zieht man einen Vergleich mit der Schau, welche vor 10 Jahren in Toblach von derselben Züchtergruppierung veranstaltet wurde, kann man mit Stolz vermelden, dass diese Betriebe einen enormen Zuchtfortschritt erzielt haben. Doch nun zur Schau selbst. Die Kalbinnen waren vom Alter her etwas unterschiedlich, sodass es für die Preisrichterin gar nicht so einfach war, diese zu reihen. Im Finale traten dann 6 hochwertige Kalbinnen gegeneinander an und es gab eine ganz klare Siegerin. Die überaus gut entwickelte BRUTUS-Tochter EMERINA vom Hainz David, Ehrenreicher in Pfalzen setzte sich vor die etwas jüngere aber in allen Körperteilen sehr korrekte Monky-Tochter SENTA vom Gatterer Franz, Starklbauer in Pfalzen durch. Die Erstlingskühe, die in 2 Gruppen vorgeführt wurden, waren im Finale durch die jeweils 2 erstgereihten Tiere repräsentiert. Im 2. Finale wurde das beste Euter gekürt, dabei standen sich 5 Tiere gegenüber: die Monky-Tochter GRETA vom Starklbauern aus Pfalzen, die BISMARK-Tochter SELINA vom Huber in Pfalzen, die MISTER-Tochter GUNDI ebenfalls vom Huber in Pfalzen, die BISTON-Tochter KLEOPATRA vom Hacker in Welsberg, sowie die RAT-Tochter SOMAT vom Huber in Pfalzen. Die Entscheidung war sehr eng, standen sich doch Kühe gegenüber, die schon an der AGRIALP-Ausgabe 2011 beste Figur abgegeben hatten. Für Preisrichterin Hess-Steinmann war dann doch die 4laktierende KLEOPATRA vom Moser Ernst, Hacker in Welsberg jene Kuh, die an diesem Tag das beste Euter aufzuweisen hatte. Nun kam es zum absoluten Höhepunkt, galt es doch die Schau- und Reserveschausiegerin ausfindig zu machen. 10 auf Hochglanz aufgeputzte Pinzgauer Kühe nahmen mit im Ring Aufstellung und warteten auf das Urteil der sehr kompetenten Jurorin. Die vielen Zuschauer gingen mit der Preisrichterin synchron, sodass die Schausiegerin nur die SOMAT vom Bodner Peter, Huber in Pfalzen lauten konnte. Unter dem Applaus der vielen Zuschauer und der Konkurrenten im Ring, wurde dem Tier die Siegerschleife von Landesrat Hans Berger umgehängt. Den Reservesieg trug die KLEOPATRA vom Moser Ernst, Hacker in Welsberg davon.

Die Pinzgauer Rinderzüchter haben einmal mehr bewiesen, dass man auch mit einer kleineren Population enorme Zuchtfortschritte erzielen kann. Voraussetzung dafür ist aber sehr viel Fleiß und die Vernetzung, sowie der Austausch mit den Züchtern des Salzburger Ursprungzuchtgebietes. Solange solche Zuchtexemplare auf Ausstellungplätze gebracht werden, braucht uns um den Fortbestand und den Ausbau der Pinzgauerzucht in Südtirol nicht bange sein.

Herbert Lang – Südtiroler Rinderzuchtverband

Aufstellung der Siegertiere

Bilder finden Sie in der Bildergalerie!!

Schausiegerin Somat mit GF Herbert Lang, den stolzen Besitzern Peter und Alois Huber, Preisrichterin Steinmann Hess und LR Hans Berger