Pinzgauer Jungzüchtertag

Auch in Südtirol hat der Jungzüchtertag bereits festen Bestand. Heuer führte er am ersten Adventsonntag nach Lajen bzw. Pfunders.

Matthias Ploner, Tantscherhof
Den Auftakt machte kein Unbekannter in der Pinzgauer-Szene, nämlich der Obmann selbst, Matthias Ploner öffnete für die interessierte Besucherschar Tür und Tor.
Wenn auch die Meisten schon einmal im Stall des Tantscherbauern standen, ist ein Besuch immer wieder sehr lohnend, zumal die Betriebsphilosophie von Matthias eine sehr spannende ist.
Der Biobetrieb bewirtschaftet 10 ha Feld und 10 ha Wald und setzt bei seinen 17 Kühen auf eine langlebige und gesunde Nutzung, welche bei Bedarf mit Homöopathie unterstützt wird. Die umsichtige und nicht auf Höchstleistungen ausgerichtete Wirtschaftsweise zeigt sich in der problemlosen Herde, die mit qualitätsvollen, langlebigen Kühen punktet.

Die Kühe von Matthias Ploner genießen den Auslauf Auch die Kälber werden im Iglu aussen gehalten

Josef Ploner, Moar
Wenn schon in Lajen, dann kommt man um den ehrwürdigen Hof von Maria und Josef Ploner, Moar nicht umhin. Zu interessant und vielschichtig ist der Betrieb, der neben dem großen Hof bekannt für seine wunderschöne Brogles-Alm im Villnösstal ist. Die 23-köpfige Milchkuhherde besticht vor allem durch sehr rahmige und typvolle Pinzgauer, ergänzt werden die Wiederkäuer von einer schönen Schafrasse, dem Villnösser Brillenschaf.

Rahmige, typvolle Pinzgauerkühe im Moar-Stall Die urige Küche im historischen Bauernhaus

Meinhard Schenk, Zehentner Hof
„Die Pinzgauer-Rasse passt perfekt zu meinem Betrieb, weil für mich nur eine gesunde, nicht zu intensiv gehaltene Kuh eine wirtschaftliche ist“, betonte der Betriebsführer in seiner Vorstellung und erklärte die Priorität einer saisonalen Abkalbung, weil er im Winter als Schilehrer auf der Seiseralm tätig ist. Ein weiteres, wichtiges Standbein bildet Urlaub am Bauernhof – das schöne, alte Bauernhaus wurde in den letzten Jahren liebevollst renoviert und erfreut sich einer regen Gästeschar! Viel Hoffnung für eine erfolgreiche Pinzgauer-Zukunft gibt am Zehenter Hof der Jungbauer Simon, der mit viel Interesse am Zuchtgeschehen teilnimmt.

Der historische Ansitz Zehentner im Dorfzentrum von Lajen Die Pinzgauerrasse wird beim Zehentner sehr geschätzt

Alois Huber, Wieserhof
2007 erfolgte am Wieserhof in Pfunders die Umstellung von Braunvieh auf Pinzgauer. Ausschlaggebend waren die bessere Alpungstauglichkeit und die problemlosere Haltung. Die 15 Kühe sind seit heuer im Laufstall untergebracht, welcher mit viel Eigeninitiative kostengünstig umgebaut wurde. Den Sommer über verbringt sämtliches Vieh auf der Gampisalm, die auf über 2.200 m am Pfunderer Höhenweg liegt.
In der hofeigenen Käserei wird die Milch zu besten Käsesorten veredelt, welche neben vielerlei anderen Produkten in der gemütlichen und urigen Hofschänke genossen werden können.

Blick in die Hofkäserei Seit kurzem freuen sich die Kühe über einen Laufstall

Die gemütliche Stube am Wieserhof bot auch den Jungzüchtern Platz für einen netten Abschluss und das Resümee am Ende dieses interessanten Tages lautete klar, dass sich die Pinzgauer-Züchter im Westen Südtirols keinesfalls verstecken müssen!

Gruppenbild vor dem Moarhof