Pinzgauer Jungzüchtertag im Ahrntal

Auf großes Interesse stieß der von den Pinzgauer Jungzüchtern organsierte Jungzüchtertag am Sonntag, 7. April. Vier traditionelle Pinzgauerbetriebe in St. Johann i. Ahrntal öffneten den 25 interessierten Besuchern ihre Stalltüren.

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Um 9.00 Uhr traf man sich beim Kleinarzbacherhof von Stefan Josef Auer. Im Stall stehen 35 Milchkühe, 25 Stück Nachzucht, sowie der 2-jährige Teststier LORDY. Stefan erklärte jede einzelne Kuh, darunter sind gar einige Lenta-Töchter, durch welche er den Fettgehalt in der Sammelmilch wesentlich steigern konnte. LENTA stammte auch von diesem Hof. Er war ein Lenker-Sohn aus der Taster-Tochter GURGL. Nach der Aufzucht und Absamung kam der Stier wieder zurück und wirkte noch mehrere Jahre im Natursprung. Der Betrieb verfügt über 12 ha eigene Fläche und mäht zusätzlich noch 3 ha Pachtfläche. Die durchschnittliche Milchleistung liegt bei 7.239 kg Milch mit 4,24% Fett und 3,41% Eiweiß. Vor einigen Jahren wurde ein neues Wohnhaus errichtet. Dort wurden auch zwei Ferienwohnungen eingerichtet.
Das nächste Ziel war der Moareggerhof von Andreas Steger. Dort konnte ein neu errichteter Laufstall besichtigt werden. Im komfortablen Stall stehen 17 Kühe und ebensoviel Nachzucht. Im Jänner wurde der Bimark-Sohn BARI aus Österreich für den Deckeinsatz zugekauft. Der Betrieb wird seit gut zehn Jahren biologisch bewirtschaftet, Abnehmer der Milch ist der Milchhof Sterzing. Das Futter von 6 ha Eigen- und 2 ha Pachtfläche reicht für die Wintermonate aus. Gut fünf Monate verbringt das Vieh auf der hofeigenen Alm am Klausberg, wo auch 6 ha gemäht werden können. Andreas möchte vollständig auf Silagefutter verzichten und hat deshalb auch in eine gut funktionierende Warmbelüftung investiert. Beim Jungvieh gibt es hauptsächlich Nachkommen der Stiere Astor und Luzifer, welche im Betrieb als Natursprungstiere standen. Im Auslauf wurden die Kühe vorgestellt und besichtigt. Sie leisten durchschnittlich 6.411 kg Milch mit 3,77% Fett und 3,36% Eiweiß.

Nach dem Mittagessen beim Brückenwirt empfing Friedrich Johann Hofer, Rastbichler, die Züchtergruppe auf seinem Hof. 58 Stück Vieh stehen im Stall, die Hälfte davon ist Jungvieh. Bekannte Kühe konnten besichtigt werden. In der Nachzucht wird vor allem auf den Stier Glido (Glitzer x Loredo) gesetzt, welcher von der Stiermutter Nina aus diesem Betrieb stammt. 16 Stück Jungvieh wurden schon auf die Alm nach Hl. Geist gebracht. Das restliche Vieh, auch alle Milchkühe, folgen dann im Mai und bleiben bis Ende Oktober dort. Der Leistungsdurchschnitt liegt bei 7.780 kg Milch mit 3,92% Fett und 3,33% Eiweiß. Zum Hof gehören 26 ha Wiese und 26 ha Wald. 8,5 ha der Wiesen sind 3-schnittig, 14 ha 2-schnittig, ein Teil davon befindet sich auf der Prastmann Alm in Hl. Geist (7,5 ha). Auf einer Fläche von 2 ha wird Mais für Silage angebaut.

Zum Abschluss wurde noch der Gruberhof von Ludwig Oberkofler besucht. Dieser Betrieb liegt etwas höher und hat extrem steile Felder. In den letzten 15 Jahren wurde auf dem Hof viel melioriert und investiert. Feldwege und neue Maschinen sollten die Arbeit erleichtern. Ebenso wurde das Futterhaus neu gebaut und die hofeigene Alm hergerichtet. Gemäht werden 10 ha. Zum Hof gehören zudem 7 ha Wald und 7 ha Weide. Die Alm wird seit einigen Jahren auch wieder von der Familie selbst bewirtschaftet. Im Winter geht Ludwig zudem einer Arbeit beim Skilift nach. Im Stall stehen 25 Stück Vieh, davon 13 Kühe.

Ein herzlicher Dank gilt allen Züchterfamilien, welche so selbstverständlich die Besucher aufgenommen und bewirtet haben. Für die Teilnehmer war es ein sehr lehrreicher und interessanter Tag, welcher die Gemeinschaft der Jungzüchter weiter stärkte.

Bilder

Martina Thaler und Matthias Ploner