Marktbericht 2016

Mit der Zuchtviehversteigerung vom 1. Dezember geht für die Mitglieder des Südtiroler Rinderzuchtverbandes ein eher durchwachsenes Viehvermarktungsjahr zu Ende. Ein Viehvermarktungsjahr, das ganz im Zeichen europaweiter sinkender Milchpreise stand.

Vor allem Rinderrassen, die auf die Milchproduktion spezialisiert sind, waren besonderem Preisdruck ausgesetzt. Mit dem Wegfall der Milchmengenbegrenzung haben vor allem die Milchbauern im Norden Europas durch Überproduktion den Milchpreis stark beeinflusst und den Preisdruck auf die Rinder weitergegeben. Es wurden Tiere zu Spottpreisen aus dem Norden Europas in den Süden Europas transportiert, der ja bekannter Weise eine Karenz an Zuchttieren hat. Südtirols Rinderzüchter versorgen vor allem den lokalen Markt, sowie Bauern und Händler der italienischen Provinzen. Im Laufe des Jahres 2016 hatten vor allem die Holsteinzüchter, die bisher vor allem auf dem lokalen Markt zu Spitzenpreisen verkauft werden konnten, mit dem Viehpreis arg zu kämpfen. Ab der zweiten Jahreshälfte fiel der Preis von trächtigen Kalbinnen, Erstmelkkühen und weiblichen Zuchtkälbern auf ein historisches Tief.

Grauviehrinder konnten das Preisniveau über das Jahr einigermaßen halten. Hier half vor allem der Export Richtung Schweiz, der mit 300 verkauften Tieren, nahezu an die Rekord Exportzahlen des Jahres 2012 herankam. Wie wichtig bei Zuchtviehversteigerungen die Verkäufe außerhalb unseres Landes sind, beweisen die Verkaufszahlen. Obwohl nur wenige Tiere der Pinzgauerrasse angeboten werden, konnten mehr als 35% in italienische Provinzen verkauft werden. Das Grauvieh wird zu 30% außerhalb Südtirols verkauft. 10% der Holsteinrinder werden vor allem in die Provinzen Trient und Belluno verkauft.

Die Mitarbeiter des Südtiroler Rinderzuchtverbandes haben alles unternommen, um den Verkauf der anfallenden Zuchtrinder zu annehmbaren Preisen für die Mitglieder zu gestalten. Selbstverständlich ist der Milch- bzw. Fleischpreis ausschlaggebend für einen erfolgreichen Zuchtviehverkauf.

Wo noch großer Aufholbedarf besteht, ist in der Präsentation der Verkaufstiere. Wir stellen immer wieder fest, dass die Tiere nicht handzahm sind bzw. in vernachlässigtem Zustand zum Verkauf angeboten werden. Die Rinderzüchter im Ausland haben schon lange verstanden, dass man nur solche Tiere zu guten Preisen verkaufen kann, mit denen man problemlos umgehen kann und die in bester körperlicher Verfassung und sauber geputzt präsentiert werden.

Der Umsatz der im Jahr 2016 über Versteigerungen, Exporten und ab Hof Verkäufen erzielt wurde, liegt bei ca. 3 Millionen Euro.

Herbert Lang – Südtiroler Rinderzuchtverband

Durchschnittspreise der letzten vier Jahre

 Grauviehrasse

Erstlingskühe

trächtige Kalbinnen

Kälber

verk. Stück

Preis €

verk. Stück

Preis €

verk. Stück

Preis €

2013

119

1.772

270

1.778

246

494

2014

119

1.624

331

1.631

251

392

2015

116

1.834

270

1.609

277

359

2016

102

1.827

253

1.774

225

437

Holsteinrasse

Erstlingskühe

trächtige Kalbinnen

Kälber

verk. Stück

Preis €

verk. Stück

Preis €

verk. Stück

Preis €

2013

120

2.290

221

2.165

176

583

2014

120

2.319

253

2.190

168

520

2015

112

2.120

203

2.195

235

434

2016

93

2.147

237

1.960

250

348

 

Verkaufstiere sollten es wert sein, gepflegt zum Verkauf vorgestellt zu werden.