Holstein Züchtertagung

Am Freitag, dem 29. Januar trafen sich Südtirols Holsteinzüchter in der Landwirtschaftsschule von Salern zu ihrer traditionellen Züchtertagung.

Die Holsteinzucht hat sich im Laufe der Jahre zu einem festen Bestandteil in Südtirols Milchviehzucht gefestigt, sodass sich heute mehr als 1.000 Züchter mit der Zucht und Haltung dieser Rasse befassen. Mit einer durchschnittlichen Milchleistung der mehr als 11.000 Kontrollkühe von fast 8.700 kg Milch jährlich, werden die Holsteinkühe ihrem Namen als Hochleistungsrasse gerecht. Zudem werden jedes Jahr ca. 3.000 weibliche Zuchtkälber neu ins Herdebuch aufgenommen. Die verbesserten Haltungs- und Fütterungsbedingungen lassen die Qualität der Holsteintiere zusehends steigern. Hatten früher Exzellent-Einstufungen mit 90 und mehr Punkten seltenheitswert, so konnten sich im Jahr 2015 weitere sechs Kühe mit diesem Prädikat zu den bisherigen Top-Kühen dazugesellen. Dass die Lebensdauer der Holsteinkühe nicht die Längste ist, widerlegten die zuletzt ebenfalls sechs neu dazu gekommenen Kühe, die eine Lebensleistung von mehr als 100.000 kg Milch in ihrer Karriere erreicht haben. Die Züchter dieser besonders wertvollen Kühe wurden mit einer Plakette geehrt. Die Vermarktung spielt in einem Zuchtverband, als Dienstleistung für die Mitglieder eine wichtige Rolle. Im letzten Jahr wurden mehr als 900 Holsteintiere zum Verkauf angeboten. Das Preisniveau gehört seit Jahren zu den höchsten in Europa. Walter Reiterer, in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Holsteinzüchter, konnte Obmann Heinrich Ennemoser, sowie den Referenten Theo Pieters aus Holland begrüßen. Theo Pieters referierte über das Bewertungssystem Triple-A (aAa). Im fernen Jahr 1950 hatte William Weeks das Bewertungssystem Triple-A ins Leben gerufen. Er hat männliche wie weibliche Tiere in 6 Grundtypen eingeteilt. Den männlichen Tieren wurden, aufgrund ihres Körperbaus, Eigenschaften zugeschrieben, die sie an ihre Nachkommen übergeben könnten. Die weiblichen Tiere hingegen wurden so analysiert, was Ihnen am meisten fehle. Ziel dieser Paarungen sollte die Zucht ausbalancierter Kühe sein, die aufgrund ihres starken Körperbaus gesund bleiben und mit Freude lange Milch produzieren. Die Kernaussage lautet: Extrem scharfe Kühe leisten viel Milch auf Kosten der Gesundheit. Starke, breite Kühe produzieren viel Milch, weil sie gesund bleiben. Es ist nicht gesagt, dass jene Stiere die beste Nachzucht bringen, die an der Spitze der Zuchtwertlisten stehen. Vielmehr geht es darum, die beste Kombination von Vater und Muttertieren zu bewerkstelligen. Nach einer kleinen Pause wurde das Triple-A Bewertungssystem an einigen Kühen in den Stallungen der Landwirtschaftsschule in die Praxis umgesetzt. Dabei spielte die Rasse überhaupt keine Rolle. Die Bewertungen wurden anhand von Holstein-, Braunvieh- und Grauviehkühen gemacht. Der wesentliche Unterschied zwischen der traditionellen, von den Zuchtverbänden praktizierten Bewertung liegt darin, dass festgestellt wird, ob ein Tier gut oder schlecht ist. Die Triple-A Bewertung zeigt die Unterschiede der Tiere auf. Die traditionelle Bewertung misst den Grad, oder zeigt das Ausmaß des Problems auf. Triple-A zeigt, warum es ein Problem gibt und erklärt die Art und Ursache des Problems. Mittlerweile werden fast alle Besamungsstiere Triple-A kodiert, sodass sich die Züchter auch ein Bild über den Körperbau der Stiere machen können. Die wichtigste Erkenntnis, die die Züchter nach Hause genommen haben ist, sich wieder vermehrt mit den eigenen Tieren zu beschäftigen und jene Stiere aus dem breitgefächerten Besamungsprogramm auszusuchen, die am besten zur individuellen Anpaarung ihrer Kühe passen.