Agrialp 2015

Südtirols Rinderzucht zeigt sich von seiner besten Seite

Es ist nun schon Tradition, dass anlässlich der AGRIALP, eine tolle Rinderschau organisiert wird. So stellten auch heuer wieder Südtirols Rinderzüchter, in Zusammenarbeit mit den Viehzuchtverbänden, qualitativ hochwertige Tiere zur Schau. Preisrichter Alfred Weidele aus Baden-Württemberg war vom Niveau der Tiere sichtlich angetan.
Grauviehrasse: Die Kollektion umfasste 21 Tiere, die so wie die anderen Rassenblöcke auch, in 3 Gruppen vorgeführt und eingereiht wurden. Die 1.Gruppe umfasste acht Erstlingskühe. Folgte man den Kommentaren der Züchter auf den Rängen, hätte man müssen acht Tiere auf den ersten Platz stellen. Trotzdem musste sich der Preisrichter für ein Tier entscheiden. Schlussendlich wählte er die DOBBAL-Tochter SONNE vom Alberich Hofer, Steiner in Pfelders zum Siegertier dieser Gruppierung, was sie zur Teilnahme am großen Finale berechtigte. In der 2. Gruppe liefen acht Jungkühe auf, die jeder Grauviehzüchter in seinem Stall haben möchte. Viel Typ und Adel, gepaart mit besten Euteranlagen und hervorragenden, trockenen Fundamenten, brachten diese Tiere in den Vorführring. Den Sieg in dieser Gruppe holte sich die DOBBNER-Tochter LAIKA vom Herbert Unterholzner, Obermarson am Larcherberg/Ultental. Die LAIKA zeigte sich sichtlich bemüht, noch mehr an diesem Tag zu erreichen. Die 3. Gruppe umfasste fünf Tiere, die im Laufe ihrer Karrieren schon einiges geleistet hatten. Dort präsentiere sich die SEFFI, eine EMALEX-Tochter aus dem Stall des Johann Pircher Krebis in Schenna von ihrer besten Seite. Sie war zugleich auch die älteste Teilnehmerin aller Rassen im Ring. Somit war das Finale komplett, das im Anschluss an die Präsentation anderer Tierarten stattfinden sollte.


Holsteinrasse: Die Holsteinzucht, die sich in den letzten Jahrzehnten besonders in Zahl und Qualität entwickelt hat, präsentierte sich in hervorragender Manier. 20 Tiere wurden in den Stallungen und eben auch im Vorführring dem zahlreichen Publikum vorgeführt. So manches Tier hätte auch auf internationalem Parkett beste Figur abgegeben. Auch hier bildete die 1.Gruppe ausschließlich sechs Erstlingskühe. Gruppensiegerin wurde die Prestige-Gold-PAM-ET im Besitz von Hubert Rainer und Richard Holzer. Diese Jungkuh lief exakt zum richtigen Zeitpunkt zur Hochform auf. Die 2.Gruppe dominierte die mit einem hochwertigen Euter ausgestattete und sich auf besten Fundamenten fortbewegende ARTES-Tochter FANFARE vom Walter Reiterer, Moser in Flaas/Jenesien. In der 3.Gruppe standen sich sechs Kühe gegenüber, die in allen Belangen imponierten. Den Sieg holte sich die BOLTON-Tochter TINA vom Kofler Robert, Gatscher in Vintl. Auch dieses Finale stand nun mit der Teilnahme der drei Gruppensiegerinnen fest.

Pinzgauerrasse: 14 Tiere, so viele wie noch nie, bildeten den Rassenblock der Pinzgauerrasse. So war es auch möglich, die Pinzgauertiere in 3 Gruppen vorzuführen. Obwohl die Pinzgauer die kleinste Rassenpopulation der in Südtirol traditionell gezüchteten Rinderrassen bildet, bestechen diese immer wieder durch hervorragende Qualität. Auch hier standen sich in der 1.Gruppe Erstlingskühe gegenüber. Die LOCKI-Tochter ELKE vom Jakob Unterhofer, Großgasteiger in Mühlwald bannte den Preisrichter mit ihrem Charme und setzte sich gegen ihre Konkurrentinnen durch. Die 2.Gruppe dominierte die ASTOR-Tochter NICKI aus dem Stall des Friedrich Johann Hofer, Rastbichler in St. Johann / Ahrntal. Bemerkenswert, dass alle Tiere dieser Gruppe von Stieren aus dem eigenen Zuchtprogramm stammten. Die 3.Gruppe bildeten vier Tiere, die schon Schauerfahrung besaßen. Den Sieg holte sich die mit sehr viel Körperkapazität ausgestattete RAT-Tochter TULPE vom Andreas Steger, Moaregger in St. Johann/Ahrntal.

Nach der Vorführung der restlichen Tiere wurden die Finalpaarungen vollzogen. Im 1.Finale der Grauviehrasse standen sich die Erstlingskuh SONNE vom Alberich Hofer, die zweitlaktierende LAIKA vom Herbert Unterholzner und die in der 6.Laktation stehende Altkuh SEFFI vom Johann Pircher gegenüber. Hier gestaltete sich der Sieg als klare Sache. Die LAIKA bestach durch perfekte Körperformen und einem ausgezeichneten Euter, sodass ihr der Sieg der Grauviehrasse nicht mehr zu nehmen war. Als nächstes stand das Finale der Pinzgauergruppe an. Auch hier eine Topbesetzung mit der ELKE vom Jakob Unterhofer, der NICKI vom Johann-Friedrich Hofer und der TULPE vom Andreas Steger. Die frisch abgekalbte Kuh NICKI präsentierte sich zur Freude ihres Besitzers von ihrer besten Seite und holte für diesen den Sieg in die Pinzgauer Hochburg, dem Ahrntal. Gespannt war man auf das Finale der Holsteinrasse. Standen sich doch drei ziemlich gleichwertige Tiere gegenüber. Die im Gemeinschaftsbesitz vom Hubert Rainer und Richard Holzer stehende PAM, die FANFARE vom Walter Reiterer und die TINA vom Robert Kofler gaben ein prächtiges Bild ab. Diese Tiere hätten auch auf internationalen Schauen beste Figur abgeben. Schließlich überzeugte die jugendliche PAM den Preisrichter, die in perfekter Schauverfassung auflief und die zwei Mitbewerberinnen hinter sich ließ.
Zum Schluss soll noch den Mitarbeitern des Rinderzuchtverbandes gedankt werden, die so wie immer, die ihnen anvertrauten Tiere bestens umsorgt haben. Besonders sei den Koordinatoren und für die Auswahl Verantwortlichen, Karl Zöggeler für das Grauvieh, Philipp Kaser für die Holsteins und Gerd Oberarzbacher und Siegfried Gatterer für die Pinzgauerrasse, gedankt.

Herbert Lang – Südtiroler Rinderzuchtverband

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